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UL Fly-In Kulmbach – Cheb – Karlsbad
31.August 2009, vom „UL-Sparten-Führer“ Gerald Haselmann und Wolfgang Kasseckert dem UL-Landesausbildungsleiter ( LAL) erhalten wir die E-Mail: “UL-Fly-In nach Cheb am 5.und 6.Sept.“ mit Ausgangs-Zwischenlandung ( Sammelpunkt ) auf dem „Internationalen Airport Kulmbach“.
Wir – das sind Horst Neumayr und Siegfried Jurksaitis – ein erprobtes Team auf UL und anderen Flugzeugen, denken zunächst an „Franken“, an gutes Bier und eine gute Brotzeit nach dem Fliegen und etwas relaxen, mit guten Gesprächen. Also gebucht. Die E-Mail :Eine Remos G3 mit zwei Personen und eine Übernachtung im günstigen Doppelzimmer in Kulmbach. Buchungsantwort mit Hotelreservierung kommt umgehend mit Bestätigung zurück.
04.Sept.2009. Es regnet in Augsburg. Der Wetterbericht verspricht aber bereits am Nachmittag
Besserung, ja vielleicht ab und zu ein Schauer. Die Besserung kommt aber nicht. Gut, der Flug nach Kulmbach soll ja auch erst morgen, also am 05.Sept. stattfinden und Anflugzeit in EDQK bis 11:30. Ich rufe Gerald Haselmann an und frage: Findet das Fly-In statt ? Klar, wir sind zwar schon bei besserem Wetter geflogen, aber es soll ja besser werden. Wir sind gewissenhafte Piloten und haben bereits die Flugvorbereitung mit allen erdenklichen „Alternates“ erledigt. Klar, auch die Gewicht und Schwerpunktberechnung wurde erledigt. Meinem Freund Horst hatte ich empfohlen, mindestens einen Tag vorher zu hungern, damit wir wenigstens mit einer Reserve von 15 Ltr = 1 Fh in Kulmbach ankommen können. Ich werde immer beim Gewicht von 472,5 Kg stutzig und ärgerlich. Warum nicht 472,275 kg ?
05.Sept.2009, 08:00 Local Time. EDMA meldet 1000 – 1500 ft Untergrenze, ansteigend, Sichten über 10 km. Wir starten 09:15 LT. Nördlich der Donau werden die Sichten bescheiden, einzelne tiefer liegende Wolken versperren uns die Sicht und den Flugweg. Abwechselnd wird die Sicht besser, dann wieder schlechter. Manche Hügel-rücken müssen umflogen werden. Um 10:25 LT sehen wir die Landebahn von EDQK, wie die eines Flugzeugträgers seitlich vor uns liegen. Aus den Wäldern rund um den Platz wabert uns der Dunst, wohl Low Stratus in der Fliegersprache genannt, entgegen. Muss wohl bisher ein wenig geregnet haben. Wir befinden uns im Anflug, melden uns im langen Endteil zur 27 und werden mit „ herzlich willkommen in Kulmbach, kein weiterer Verkehr gemeldet“ begrüßt. Das hört man gerne, leider in dem Ton zu wenig !
Aber: Sind wir zu früh oder zu spät ? Keine weiteren Maschinen zu sehen ! So schlecht ist das Wetter ja dann doch nicht.
Wir werden von Gerald Haselmann und Wolfgang Kasseckert sehr freundschaftlich aufs herzlichste begrüßt. Wenn wir die Einzigen „Fly-Inner“ sind, haben wir bereits den Sieg des weitesten Anflugs und damit 50 €uronen in der Tasche. Auf der anderen Seite wäre es schade, wenn alles am Wetter scheitern würde.
Wir sitzen im warmen Schulungsraum unten im Tower. Unsere Augen werden größer: Wir haben Hunger, haben wir doch seit Tagen wenig oder nichts gegessen, das Limit von 472,5 kg MTOW darf doch nicht überschritten werden. Da kommt doch tatsächlich ein Tablett mit Brötchen, mit feinen Sachen belegt, daher. Ist das alles für uns, für die Crew aus Augsburg ? Nicht ganz, es werden ja noch weitere Crews erwartet. Die Brötchen schmecken und die Zeit verfliegt. Gegen Mittag ist das Wetter immer noch nicht so wie gewünscht, aber es kommt ein UL aus Aschaffenburg.
Ist unser Sieg gefährdet ?
Wir entnehmen der Streckenkarte, dass unsere Strecke etwas weiter ist. Sieg noch in der Tasche.
Es versammeln sich immer mehr UL-Flieger aus Kulmbach im Raum und Wolfgang Kasseckert gibt allen Piloten farbig ausgedruckte Anflug- und Routenkarten von Cheb ( LKCB), von Karlovy Vary (LKKV), sowie von einigen anderen Plätzen aus. Donnerwetter, Hut ab, beste Flugvorbereitung vom LAL, jetzt braucht nur noch geflogen zu werden. 
Es kommen von Wolfgang einige Instruktionen zu Cheb, zum Anflug und zum schnellen Verlassen der Graspiste. Weiteres zum Verhalten im „Rudelflug“. Alle mit genügend Abstand von einander, immer etwas versetzt zum vorherfliegenden UL und möglichst alle in einer Höhe, die jeder Hinterherfliegende „einsehen“ und einhalten kann.
Ist nicht ganz ungefährlich, muss auch geübt werden. Wolfgang (LAL) macht den „Rudelführer“ und übernimmt für Cheb den Funk für die Gruppe. Die Fliegerfreunde in Cheb wissen Bescheid und erwarten uns bereits. Alles vom Feinsten organisiert.
Der Anflug auf die 24 L ( Grasbahn ) verläuft ohne Probleme, trotz der Modellflieger auf und in der Luft oberhalb der Betonbahn, der 24 R. Wieder eine freundschaftlich herzliche Begrüßung. Es geht zum Mittagessen in ein Restaurant, wir sind eingeladen. Wussten wir aber vorher nicht, sonst hätten wir….! Nein, hätten wir nicht ! Es wird viel erzählt und Gerald unterbreitet bereits schon Gegeneinladungen.
Es ist später Nachmittag, der Himmel wird grauer und unfreundlicher. Wolfgang drängt zum Aufbruch, müssen wir doch auf „Langstrecke“ gehen und mindestens 20 Minuten fliegen. Die UL’s aus Kulmbach stehen auf der leicht löchrigen Betonpiste aufgereiht, wie bei einer Messe.(Foto) Ein UL schöner als das andere. Die Wolken werden dunkler. Gestartet wird der Reihe nach. Es klappt gut, als wäre es geübt. Ein letzter Gruß von jedem UL per Funk an die Bodenstation Cheb und schon sind wir auf Kurs direkt EDQK.
Die Wolken zwingen uns tiefer zu fliegen als geplant. Der Gegenwind hat sich erhöht und es sieht aus, als würden sich einige Wolken Ihrer Last entledigen. Gute Sichten, niedrige Basis.( Foto ) Wir müssen einigen Regenschauern ausweichen, sind wieder einmal im langen Endteil auf die 27 , als uns der Tower Kulmbach sagt: „Wenn ihr euch beeilt, könnt ihr gerade vor dem Gewitter den Platz erreichen, kein gemeldeter Verkehr“.
Wir beeilen uns, werden aber kurz vor dem Aufsetzen von der ersten Böenwalze erwischt, können stabilisieren und 150 Meter weiter auf der Bahn landen. Dann bricht die Hölle los. Während des „Backtracks“ auf der Bahn haben wir Sorge von der Bahn geblasen zu werden, der Regen prasselt auf uns herab und wir können gerade die erste Abstellfläche auf der Wiese erreichen. Nicht mehr möglich auszusteigen. Also bleiben wir im Flugzeug sitzen, die Scheiben beschlagen, wir können nicht mehr rausschauen. Ist aber gemütlich !
Nach einer Viertelstunde ist alles vorbei. Ein zweites UL landet. War es im Holding ? Die anderen kommen nicht. Sie sind vor dem Gewitter auf andere Plätze ausgewichen und gelandet. Gut so. Im Laufe der nächsten Stunde trudeln alle ein. Wir sitzen im Club-Restaurant und löschen den verspäteten Durst und Gerald und Wolfgang sind entspannt, man sieht es ihren Gesichtern an.
Gerald fährt uns und den Piloten aus Aschaffenburg ins Hotel. Wir machen uns frisch, essen eine Kleinigkeit und….gute Nacht !
06.09.2009. – 07:45 – Wir schauen aus dem Hotelfenster. Es ist noch sehr dunstig oder ist das Nebel ? Also wieder schlechtes Wetter ? Wir frühstücken und werden abgeholt. Guter Service. Wir versammeln uns wieder im Unterrichtsraum im Turm. Gerald Haselmann verspricht, dass heute noch einige andere UL’s kommen und so ist es auch.
Wieder Besprechung, Austeilung von Anflug-und Routenunterlagen. Der Flug soll – falls das Wetter etwas besser wird – zunächst nochmals nach Cheb gehen und dann weiter nach Karlsbad. Diesmal – ich habe sie nicht gezählt – aber sind es 12 oder 13 Flugzeuge ? ( natürlich meine ich Luftsportgeräte ) Um 12:00 LT sind wir in der Luft, ich glaube wir sind die letzten. Landung in Cheb um 12:30. Nur kurzer Aufenthalt, UL’s in Reih und Glied,( Foto) kurze Besprechung und Abstimmung des nächsten Zieles und der Aktivitäten, dann wieder „Take Off“ in Cheb und direkt nach Karlsbad.
Wolfgang (LAL) hat den Tower in LKKV vorgewarnt. Sie sind bereit. Wolfgang macht den Sprechfunk für die Rotte. Wir können es uns nicht verkneifen selber Funkkontakt aufzunehmen. Prompt kommt die Frage vom Tower:“ DMAFC are you part of this UL – group ?” Affirme - Sir “ ! “FC, stay on this frequency”. 
Wegen der dichten Landefolge waren lange Landungen vereinbart. Es wurden lange und kurze. Einige UL’s – so auch wir – mussten aus Sicherheitsgründen durchstarten und sich wieder in den dicht besetzten Gegenanflug einreihen. Nicht schwierig, wenn man alle sieht. Aber sieht man alle ? Nun gut, wir sahen alle, hatten ja auch vier Augen im Cockpit.
Wir stehen wieder einmal gut aufgereiht hinter einer dicken Tupolev oder ist das eine Iljuschin ?
Wenn die die Triebwerke anlässt, sehen wir alle blass aus ? Aber wir hoffen darauf, das dieses Dickschiff noch länger parkt ! ( Foto) Es ist bereits wieder 13:30 , Zeit zum Essen ! Das Vorhaben noch in die Stadt zu fahren ist aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Einige – so auch wir - müssen ja auch noch nach Hause fliegen und mit etwas Wind auf der Nase kann das gute zwei Stunden dauern.
Abstimmung: Wir gehen ins nächste Cafe. Soll nur ein paar Meter weg sein. Uns kommt der Weg etwas länger vor, es geht auch noch bergauf. ( Foto ) Oben angekommen werden wir durch die schöne Aussicht belohnt. ( Foto) Es sind genügend Plätze frei und wir können etwas essen und trinken.
Zweieinhalb Stunden halten wir es aus, dann wird wieder etwas gedrängelt. Gemeinsam gehen wir wieder zum Airport. ( Foto) Gerald kassiert von jedem die Landegebühren und zahlt diese ein. Wir verabschieden uns alle voneinander. Leider war die Zeit zu kurz sich ausgiebig unterhalten zu können.
16:30 LT LKKV: Wir sind die ersten in der Luft. Fliegen auf kürzestem Weg zur deutschen Grenze. Der tschechische FIS hat keine Lust uns Verkehrsinfos zu geben und reicht uns zum Radar von LKKV zurück. Die haben ebenfalls keine Lust mit uns zu reden und wünschen uns einen angenehmen Rückflug nach Augsburg. Der Rückflug nach EDMA ist angenehm, fast zum Einschlafen. Nach 01:48 Fh setzen wir in Augsburg auf.
Unser Rückblick: Mit Gerald Haselmann und Co, jederzeit wieder, möglichst einen Tag länger und etwas weiter. Wir sind auf jeden Fall dabei. Danke Euch beiden für die gute Betreuung und die gute Organisation.
Siegfried Jurksaitis
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